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SatAgrarStat

Prüfung einer methodisch angepassten Ernteertragsabschätzung im Statistischen Verbund unter Einbezug moderner Verfahren der Fernerkundung

-SatAgrarStat -

Hintergrund und Zielsetzung

Aufgrund ihrer Bedeutung für die Beschreibung des Zustandes und der Entwicklung der heimischen Landwirtschaft sowie für die Erstellung von Versorgungsbilanzen auf nationaler und europäischer Ebene ist die Ermittlung der Erntemengen gesetzlich verankert (AgrStatG, BStatG). Die Erfassung der Erntemengen erfolgt jährlich in zwei statistischen Erhebungsverfahren, der Ernte- und Betriebsberichterstattung (EBE) als freiwillige Expertenschätzung im Vorfeld der Ernte, sowie der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) als Stichprobe mit Hochrechnung zum Zeitpunkt der Ernte. Die Ergebnisse dieser Erhebungsverfahren werden nach deren Abschluss aggregiert auf Bundeslandebene in Tabellenform dargestellt. Eine flächendeckende, räumliche Erfassung ist bisher nicht vorgesehen bzw. technisch nicht umsetzbar. Dass mithilfe der Fernerkundungsverfahren und Wachstumsmodellen regionalisierte Ertragsprognosen grundsätzlich möglich sind, konnte bereits im Forschungsprojekt RiflE für Deutschlands Hauptanbaukultur Winterweizen aufgezeigt werden. Für eine Implementierung fernerkundlicher Methoden in offizielle statistische Erhebungsverfahren fehlen jedoch bislang weitere wichtige Erkenntnisse. Dazu zählen aussagekräftige Angaben zur fernerkundlichen Schätzgüte auf regionaler Ebene und im bundesweiten Maßstab ebenso wie Erfahrungswerte beim Einsatz von Sentinel-1/-2 Satellitendaten für Ertragsschätzungen. Des Weiteren mangelt es an Informationen zu wichtigen Kulturen wie beispielsweise Winterraps und Sommergerste. Ziel des Vorhabens SatAgrarStat ist es daher, die Möglichkeiten und Vorteile fernkundungsbasierter Ernteertragsschätzungen im konkreten Anwendungsfall der Agrarstatistik zu testen und die Basis für eine potenzielle Modernisierung von Arbeitsprozessen durch die Integration von Erdbeobachtungsverfahren zu legen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben SatAgrarStat umfasst folgende Arbeitspakete:

  • Vorbereitung und DurchfĂĽhrung der projektspezifischen Datenerhebung und Datenaggregation durch die statistischen Landesämter in Zusammenarbeit mit kooperierenden Landwirten in fĂĽnf Bundesländern und Aufbereitung der Daten fĂĽr die Analyse
  • Anwendung bestehender Modellansätze auf Sentinel-1/-2 Daten und Ăśbertragung auf die Kulturarten Winterraps und Sommergerste
  • Entwicklung von Qualitäts- und Informationslayern (z.B. Phänologie, Wolkenbedeckungshäufigkeit, etc.) zur Qualitätssicherung nachgeordneter Prozesse
  • Aussagekräftige und belastbare Validierung der fernerkundungsbasierten Ergebnisse auf Basis der projektspezifischen Datenbank auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen (Ackerschlag, Landkreis, Bundesland)
  • Bewertung von Implementierungsoptionen und Erarbeitung eines Konzeptes zur Einbindung von Satellitendatenauswertungen in die amtliche Statistik
  • Etablierung einer automatisierten Dateninfrastruktur zur Nutzung von Fernerkundungsdatenprodukten im statistischen Umfeld

Laufzeit

24 Monate, 01/2018 - 12/2019

Beteiligte Partner

  • Statistisches Bundesamt (Destatis) - Koordination: Sarah Kleine
  • Julius KĂĽhn-Institut (JKI), Institut fĂĽr Pflanzenbau und Bodenkunde

Ansprechpartner am FLF

Dr. Heike Gerighausen, Dr. Holger Lilienthal

Links und Downloads

Copernicus in Deutschland: http://www.d-copernicus.de/
Christian Endt: Die Spur der Daten. Online Artikel in der SĂĽddeutschen Zeitung, 23.03.2019

Förderung

Das Projekt wird aus Mitteln des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gefördert.